Solarfreunde befürchten vorzeitiges „Aus“ für ältere PV-Anlagen / EEG-Entwurf löst Probleme nicht / Betreibern bleibt die Wahl zwischen unwirtschaftlich, unwirtschaftlich und gesetzeswidrig

Letzte Aktualisierung: 20.10.2020

Ende 2020 fallen die ersten PV-Anlagen aus der Einspeisevergütung. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass die meisten Anlagen auch nach 20 Jahren immer noch sehr gut arbeiten und noch lange für Eigenverbrauch und Einspeisung des Überschussstroms genutzt werden können. Leider stehen voll funktionsfähige Anlagen aufgrund der geltenden Gesetzeslage zwangsweise vor dem Aus.

Auch der Gesetzentwurf der Bundesregierung vom 23.09.2020 zur Änderung des EEG löst die Probleme nicht, weil er die Betreiber zum Einbau eines kostenträchtigen Smart Meters oder zur Volleinspeisung zwingt. Beide Varianten sind unwirtschaftlich.

Die Solarfreunde fordern daher alle Betroffenen auf, sich unverzüglich (möglichst bis Ende Oktober) an Bundestagsabgeordnete, Landtagsabgeordnete und Netzbetreiber zu wenden und eine rechtzeitige Nachbesserung des EEG-Entwurfs zu fordern.

Download: Aufforderung an Betroffene vom Oktober 2020 (PDF, 162KB)
Download: Forderungen der Solarfreunde an den Gesetzgeber (PDF, 138KB)
Download: Umfrage bei Betroffenen vom 29.06.2020 (PDF, 112KB)
Download: Fragebogen (Word, 18kKB)


Anschreiben vom 20.10.2020:

Zukunft der älteren PV-Anlagen (Ü20-Anlagen);
Gemeinsam die vorzeitige Stilllegung abwenden!

Liebe Solarfreunde,

am 19.07.2020 hatten wir euch/Ihnen geschrieben und empfohlen, sich wegen der Zukunft der Ü20-Anlagen an Abgeordnete und Netzbetreiber zu schreiben. Vielen Dank an alle, die dies getan haben und uns eine Kopie zur Verfügung gestellt haben. Eure Briefe – und teilweise auch die Antworten – waren sehr ermutigend!

Umso enttäuschender die Feststellung, dass der zuständige Bundeswirtschaftsminister und die Bundesregierung insgesamt beim inzwischen (23.09.2020) beschlossenen EEG-Entwurf viel zu kurz gesprungen sind und nur scheinbar eine Lösung anbieten: Der Gesetzentwurf zwingt Betreiber, die ihren Strom teilweise selbst verbrauchen wollen, zum Einbau eines kostenträchtigen Smart Meters oder alternativ zur Volleinspeisung zum minimalen Marktpreis. Beide Varianten sind unwirtschaftlich. Wer trotzdem am Netz bleibt, verstößt gegen das Gesetz und riskiert – selbst wenn er nichts einspeist oder den Strom herschenkt – Ärger mit dem Netzbetreiber bis hin zu Schadensersatz und Strafe.

Aus unserer Sicht ein Schildbürgerstreich! Technisch gibt es dafür überhaupt keinen Bedarf, denn die Anlagen machen genau das Gleiche wie seit 20 Jahren. Und bis jetzt hatte niemand ein Problem damit.

Finden Sie das auch skandalös? Dann lassen Sie uns gemeinsam etwas dagegen tun!
Das Problem wäre behoben, wenn der Bundestag folgende fünf einfachen Forderungen umsetzt:

  1. Ermöglichung des Weiterbetriebs von Ü20-Anlagen zum Eigenverbrauch
  2. Schaffung eines Rechts auf Einspeisung des Überschussstroms im EEG
  3. Vergütung gemäß dem (geringen) jährlichen durchschnittlichen Marktwert
  4. keine zusätzlichen Umbauten (außer für Umrüstung auf Eigenverbrauch)
  5. keine EEG-Umlage für selbst verbrauchten Strom bei Anlagen bis 30 kWp

Wir Solarfreunde können Argumente liefern, aber einstehen für Ihre PV-Anlage müssen Sie selber:

  • Schreiben Sie Ihren Bundestagsabgeordneten, denn die machen die Gesetze.  Für 2020 ist eine EEG-Änderung angekündigt. Der Mehraufwand für die genannten Forderungen wäre minimal.
  • Senden Sie eine Kopie an den Bundestag mit dem Stichwort „Petition“. Diese muss behandelt werden!
  • Schreiben Sie Ihren Landtagsabgeordneten, dass der Freistaat und die CSU sich in der GroKo und im Bundesrat für Ihre Forderungen einsetzen sollen.
  • Schreiben Sie Ihrem Netzbetreiber, dass Sie sich den Unfug nicht gefallen lassen. Fordern Sie eine vorläufige Duldung von Eigenverbrauch und Resteinspeisung ohne Smart Meter für den Fall, dass das EEG nicht rechtzeitig in Kraft tritt.
    Und dass Sie vom Netzbetreiber Unterstützung für eine Änderung erwarten.

Noch haben wir eine Chance, das vorzeitige Aus für Ihre Anlagen abzuwenden.

Vor allem aber: Schreiben Sie rasch, am besten bis Ende Oktober, bevor im Bundestag die endgültigen Weichen – falsch – gestellt werden.

Wenn Sie Hilfe bei den Adressen brauchen, können Sie sich gerne an uns wenden.

Mit sonnigen Grüßen!

Hans Stanglmair

Vorsitzender der Solarfreunde Moosburg


Anschreiben zur Zukunft älterer PV-Anlagen:

Download: Anschreiben MdBs

Download: Anschreiben MdLs

Download: Anschreiben Netzbetreiber

Download: Anschreiben Landrat

Download: Anschreiben Uwe Brandl

Download: Anschreiben Stadt Moosburg