Leserbrief vom 11.10.2019 zum Thema Bauen mit Holz

Auch Baustoffe in Moosburger Baugebieten müssen CO2-neutral werden

Im Stadtrat wurde laut Moosburger Zeitung u.a. damit „pro Ziegel“ argumentiert, dass ja wohl nicht alles schlecht gewesen sein könne, was die früheren Generationen gemacht haben. Dazu ist aus der Perspektive des Klimaschutzes Folgendes zu sagen:

Um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, muss die Emission von Treibhausgasen innerhalb weniger Jahre auf Null abgesenkt werden – weltweit und selbstverständlich auch bei uns. Über die CO2-Emissionen früherer Generationen wollen wir kein Urteil fällen – es sei denn, sie hätten um die Folgen gewusst und diese Folgen aus unredlichen Gründen wie Bequemlichkeit, Geiz oder Stolz ignoriert. Dies war vermutlich meist nicht der Fall. Für heutige Generationen sehen wir dagegen keine Entschuldigungen, die später einmal standhalten werden.

Bei konventionellen Neubauten ist der CO2-Rucksack aus der Herstellung der Baustoffe in etwa genauso hoch wie aus der Beheizung mit Erdöl oder Erdgas über die gesamte Lebensdauer. Von daher sind „Neubauten ohne Öl und Gas“, wie im Baugebiet Amperauen, nur die halbe Miete zur CO2-Neut-
ralität. Die aus den Baustoffen stammende zweite Hälfte ist jedoch genauso wichtig. Holz ist anders als Ziegel und Beton nicht nur klimaneutral, sondern sogar eine echte CO2-Senke und für nahezu sämtliche Anforderungen mindestens genauso gut geeignet. Aus diesem Grund sollte so viel mit Holz gebaut werden, wie nachhaltig zur Verfügung steht. Wir Solarfreunde fordern daher, dass bei neuen Baugebieten in Moosburg sichergestellt wird, dass der mit den Baustoffen verbundene CO2-Rucksack

minimiert wird. Sollten Beton und Ziegel irgendwann ohne CO2-Emissionen hergestellt werden, können diese Baustoffe natürlich gerne wieder eine größere Rolle spielen, soweit nicht andere Gründe entgegenstehen.

Im Namen der Solarfreunde
Hans Stanglmair
Haydnstr. 6
85368 Moosburg

Solarfreunde und Sonnenkraft Freising befragen Landtagskandidaten zur Energiewende

Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl haben die Solarfreunde sechs Kandidaten zu ihrer Einstellung zu Klimaschutz und Energiewende befragt.


Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die heutige und alle künftigen Generationen. Spätestens ab einer globalen Erwärmung von 2,0°C ist mit katastrophalen irreversiblen Veränderungen zu rechnen, bei denen die Schäden die heutigen Vermeidungskosten um ein Vielfaches überschreiten werden und die Klimaerwärmung sich selbst verstärkt. Der Klimawandel wird Leib und Leben von zahllosen Menschen bedrohen, die deshalb ihre Heimat verlassen müssen und gefährdet unmittelbar auch unseren wirtschaftlichen Wohlstand. Wir sind die erste Generation, die ihn voll zu spüren bekommen wird und vermutlich die letzteGeneration, die ihn entscheidend abmildern (nicht: aufhalten) kann.
Um die Ziele des Paris-Abkommens zu erreichen, müssen die  Treibhausgasemissionen bis spätestens 2035 (max. ca. 1,5°C) bzw. spätestens 2050 (max. 2°) auf NULL bzw. nahezu NULL gesenkt werden. Eine gute Klima- und Energiepolitik ist damit für unser aller Zukunft von existenzieller Bedeutung.

1. Was sind nach Ihrer Ansicht die wichtigsten bei uns in den nächsten 10 Jahren spürbaren Folgen des Klimawandels?

2. Welche konkreten politischen Entscheidungen wollen Sie in der nächsten Legislaturperiode erreichen, um den Klimawandel wirksam zu verlangsamen?

„Solarfreunde und Sonnenkraft Freising befragen Landtagskandidaten zur Energiewende“ weiterlesen

Forderungen an die Klimaschutzpolitik des Freistaats Bayern und des Bundes

Forderungen der Vereine und Organisationen an die Klimaschutzpolitik des Freistaats Bayern und des Bundes


Unser wunderbar abwechslungsreiches gemäßigtes Klima ist die Grundlage für unser Leben und unseren Wohlstand. Die Wetterextreme 2018 und ihre Auswirkungen haben jedoch eindrucksvoll gezeigt: Es droht kein Klimawandel, sondern der Klimawandel ist da – an vielen Orten der Welt schon länger, jetzt zusehends auch bei uns.

Die Treibhausgase-(THG)-Konzentration in der Atmosphäre von heute 410 ppm CO2 ist heute schon viel zu hoch, doch sie steigt jeden Tag weiter an. Es reicht daher nicht, die zusätzlichen Emissionen zu reduzieren. Zur Sicherung der menschlichen Existenzgrundlagen muss die THG-Konzentration wieder gesenkt werden, d.h.

  • Treibhausgas-Emissionen sind auf fast Null zu senken, v.a. mit Hilfe der Erneuerbaren Energien
  • CO2 ist aus der Atmosphäre herauszuholen, v.a. mit Hilfe von Pflanzen und Böden


Dazu sind unverzügliche Maßnahmen notwendig, d.h. „ohne schuldhaftes Zögern“. Tatsächlich sind Klimaschutz und Energiewende in den letzten Jahren von Bundes- und Landespolitik immer wieder ignoriert, schlecht geredet und behindert worden. Aktuelle Beispiele sind die 10H-Regelung bei der Windenergie, die „Sonnensteuer“ auf selbst erzeugten Solarstrom und das Festhalten an der besonders klimaschädlichen Braunkohle, z.B. im Hambacher Forst. Ein Hinauszögern dringend notwendiger Maßnahmen ist jedoch nicht weiter tolerierbar.

Wir Vereine und Organisationen aus den Bereichen Energie, Umwelt, Verkehr und Naturschutz wollen das Versagen der Politik nicht länger hinnehmen. Wir fordern dringend, alle für das 1,5°-Ziel des Paris-Abkommens notwendigen Maßnahmen umzusetzen.

Dabei ist die Umstellung auf Erneuerbare Energien im Energie-, Verkehrs- und Wärmesektor zentral, da diese heute noch zum Großteil auf der Verbrennung von Kohle Erdöl und Erdgas basieren. Einsparungen können uns helfen, dieses Ziel einfacher und schneller zu erreichen. Im Team der Erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind, Geothermie, Biomasse und Wasser ist die Energiewende machbar.

„Forderungen an die Klimaschutzpolitik des Freistaats Bayern und des Bundes“ weiterlesen